Wutanfälle bei Kindern

Jeder kennt diese Situation: Der Tag war anstrengend, man war acht Stunden arbeiten oder hat den ganzen Tag die Kinder betreut und dann kommt dieser Moment…

Das Kind setzt sich auf den Boden, schreit und will auf keinen Fall das machen, was man gerade von ihm verlangt. Es ist in diesem Moment egal was das Kind machen soll oder auch nicht machen soll.

Doch wie kann ich in so einer Situation reagieren, wenn ich selbst schon gestresst bin?

Jeden Tag sehe ich, egal ob beim Einkaufen, bei der Arbeit oder in meinem Privatleben, wie man genau diese Situationen nicht lösen sollte. Denn oft sind wir Erwachsene mit der Situation komplett überfordert und wissen nicht was wir tun sollen und oft fallen dann Worte die wir danach bereuen.

Daher ist es umso wichtiger, diese Verhaltensweisen bewusst zu erlernen und zu verändern, denn nur wenn es für einen selbst „Routine“ wird, kann man auch in stressigen Situationen darauf zurückgreifen. 

Die Augen schließen, dreimal tief durchatmen und Ruhe bewahren

Wenn du aus irgendwelchen Gründen keine Ruhe bewahren kannst, dann ist es das Beste, die Situation kurz zu verlassen. Übrigens: Man darf die eigene „Überforderung“ dem Kind auch mitteilen und dem Kind z.B. sagen: „Anna ich gehe jetzt kurz raus, weil wenn ich jetzt hier bleibe wird es sehr schwierig für mich ruhig mit dir zu reden“.

Bitte denkt immer daran: Ihr müsst nicht perfekt sein!

Sei für dein Kind da und begleite es in der Zeit

Rede ruhig mit deinem Kind. Versuche, dass deine Stimme Ruhe ausstrahlt und deinem Kind Verständnis entgegenbringt. Kinder müssen erst noch lernen mit den Gefühlen in ihrem Bauch umzugehen. Es bringt nämlich nichts, wenn ihr eurem Kind mit Strafen droht, denn damit helft ihr weder eurem Kind, noch euch selbst in der Situation. Denn dadurch bekommt das Kind nur noch mehr Probleme, obwohl es ja bereits eins hat, was es nicht alleine lösen kann. 

Wichtig: Oft vergessen wir Erwachsene, dass wir in solchen Situationen mit Kindern reden und nicht mit Erwachsenen und erwarten deshalb zu viel von ihnen. 

Suche nach dem Grund für den Wutanfall

Kinder bekommen oft Wutanfälle, wenn sie mit einer Situation überfordert sind. Kinder haben dann ganz viele unterschiedliche Gefühle und wissen nicht, was sie tun sollen. Am Ende bleibt ihnen nur der Ausweg zu weinen und zu schreien, bis das Gefühl nachlässt. 

Am besten hilft es, dein Kind einfach nach dem Grund zu fragen:

Warum weint es? Warum geht es ihm so schlecht? Meistens erzählen Kinder den Grund, wenn nicht hilft deinem Kind oft schon das Gespräch, denn es zeigt ihm, dass du Interesse an ihm hast.

Gemeinsam über Gefühle reden

Wie fühlst du dich? Wie fühlt sich dein Kind? Versuch mit deinem Kind über seine Emotionen zu reden. Beispiel: „Ich würde dir total gerne helfen, aber ich weiß gerade gar nicht was los ist, kannst du mir sagen warum du so traurig bist?“ 

Gemeinsam nach Lösungen suchen

Jedes Kind ist anders, deshalb ist die Lösung natürlich auch immer eine andere und ich kann euch keine Pauschallösungen anbieten. 

Mein Tipp: Versuche nach einer Möglichkeit zu suchen, dass dein Kind glücklich ist aber du auch und hört bei den Lösungen einfach auf euer Mama- und Papaherz. Wenn sich etwas richtig anfühlt, ist es meistens auch das Richtige.

Lächeln

Mit einem Lächeln wollen Kinder wieder Friede herstellen und nicht provozieren. Sie haben gelernt, das Lächeln eine schöne Reaktion bei Mama und Papa auslöst. Daher sieh das Lächeln als Wiedergutmachung von deinem Kind an und nicht als Provokation. Denn das möchte dein Kind in diesem Moment wirklich nicht. 

Fazit

Ich bin mir darüber im Klaren, dass es sehr schwierig ist, diese Tipps zu befolgen und zu verinnerlichen, aber du kannst dir sicher sein, dass du mit diesen Tipps schon einmal einen Anfang machst, der dir dabei hilft, solche Situationen einfacher zu begegnen. 

Übrigens: Wutanfälle sind nicht nur gut für dein Kind um seine Gefühle kennenzulernen, sondern auch für dich. Wir können durch das Interagieren mit Kindern so viel lernen über uns, unsere Persönlichkeit und unsere eigenen Emotionen.

Wir lernen unsere Grenzen kennen und lernen aber auch über diese Hinauszuwachsen. Erinnere dich an die letzten zwei Jahre, hättest du gedacht, dass du diese Situation so geschafft hättest, wie du sie jetzt geschafft hast?

Deine Laura

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