Wir bekommen ein zweites Kind

Tipps und Tricks für die Anfangszeit

Die erste Zeit mit einem Baby ist anders, aufregend und neu.  

Daher möchte ich Euch Gedanken von mir an die Hand geben, die ich durch Freunden mit zwei oder mehr Kindern und durch meine Arbeit mitbekommen habe. 

✅ Zeit mit Kind Nr.1.

Wenn die Mutter oder der Vater freie Zeit hat (das Baby schläft, Mama/Papa ist mit dem Baby spazieren etc.), sollte man diese mit dem ersten Kind verbringen. Es sollte nach Möglichkeit dieselbe Aufmerksamkeit wie das Baby bekommen. Das kann z.B. auch während dem Stillen passieren, in dem man währenddessen kuschelt oder gemeinsam ein Buch liest. 

✅ Genießt die Zeit als Familie

Nutzt die Möglichkeit in Deutschland für die Elternzeit. Die Zeit der Schwangerschaft und auch die Zeit danach ist etwas magisches und etwas ganz besonderes für jeden der Familienmitglieder. 

✅ Vorbereitung

Bereitet das erste Kind auf die kommende Zeit ein wenig vor (Beispiel: „Wenn Lisa zur Welt kommt, darfst  du bei Oma und Opa schlafen…“).

✅ Ablenkung ist die beste Beruhigung

Kinder vermissen ihre Mutter oft in der ersten Zeit vom Wochenbett oder wenn die Mama im Krankenhaus ist. Wenn der Mann oder andere Familienmitglieder Zeit haben, sollte man darauf achten, dass mit dem ersten Kind tolle Dinge getan werden (z.B. Ausflüge) damit das Kind kaum Zeit hat, die Mutter zu „vermissen“.

✅ Niemanden bevorzugen

Auch Babys müssen und können kurze Zeit „warten“. Es kann für das erste Kind sehr frustrierend sein, wenn es immer wieder warten muss. Daher hilft manchmal schon ein:„Ich helfe erst dir und dann gehe ich zu Lisa., sie braucht mich wieder“ 

✅ Das Kennenlernen

Das erste Kind sollte entscheiden, wann es das Baby sieht. Es sollte nach dem Interesse und nach der Geschwindigkeit des Kindes passieren und auf keinen Fall mit Druck. Denn durch Druck kann es schnell geschehen, dass das erste Kind, das zweite Kind nicht mehr hier haben möchte. Übrigens: Es kann auch sein, dass das erste Kind zurückfällt in alte Verhaltensweisen (z.B. Babysprache benutzt oder das Windeln wieder notwendig werden).

✅  Be prepared!

Sei darauf vorbereitet, dass das Baby mit Geschenken nur so überhäuft wird. An die große Schwester oder den großen Bruder denken die wenigsten, wenn sie euch besuchen. Legt genau für diese Momente kleine Geschenke bei Euch bereit: z.B. Haarspangen, eine verschließbare Badeente oder auch einfach etwas Schokolade. Das kann Eifersucht und Geschwisterrivalititäten super vorbeugen. 

✅ Die Entscheidung

Wer hat sich denn für das Geschwisterlichen entschieden? Das erste Kind nicht, sondern die Eltern selbst. Daher sollten wir nicht die Anforderung haben, dass das Kind sein Geschwisterlichen direkt über alle liebt, alles teilt und nur noch liebe verteilt. Es kann auch anders laufen und das ist okay so. Meine Schwester mochte mich am Anfang auch nicht, jetzt können wir nicht mehr ohne den anderen. 🙂 

✅ Das Kind mit einbinden

Wenn ihr Besuch bekommt, kann es eine Hilfe sein, wenn das erste Kind den anderen das Baby zeigt und erzählt, was es alles schon kann und wo es herkommt und wie es heißt. Außerdem kann das ältere Kind super mithelfen z.B. beim Windeln wechseln oder beim Baden. 

❌ Du bist jetzt groß!

Hmmmm… ich wusste gar nicht wie schnell man auf einmal groß wird und alles viel besser können muss als davor. Spaß beiseite: Ein jüngeres Geschwisterlichen sorgt nicht dafür, dass das andere Kind jetzt alles besser können muss. Es ist eine besondere Situation und zwar für alle. 🙂

❌ Deine Schwester ist traurig, teil doch mit ihr

Bitte zwingt euer Kind nicht zum Teilen. Prosoziales Verhalten braucht Gehirnreife und keinen Zwang. Auch „leise“ sein auf „Befehl“ kann nicht funktionieren. Auch Rücksicht nehmen muss man erst lernen. 

❌ Keine Rivalitäten aufbauen

Keine künstlichen Wettbewerbe machen. Das Leben deiner Kinder ist schon Wettbewerb genug, da braucht es kein „Mal sehen wer schneller sein Pullover angezogen hat.“

❌ Negative Gefühle

Wenn man diese nicht wahrnehmen oder sogar bagatellisiert, fühlt sich das Kind nicht mehr ernstgenommen.. Jedes Gefühl ist wertvoll, egal ob positiv oder negativ. Es ist wichtig, dass ihr auf die Gefühle feinfühlig reagiert. 

Foto: Laura Alexandra Benn (unbezahlte Werbung)

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