Wertvolles Wissen für den Start im Kindergarten oder Krippe

Heute möchte ich euch ein ABC an die Hand geben, das euch dabei helfen soll, den Einstieg in den Kindergarten/Krippe so einfach wie möglich zu machen. Denn dein Kind bei jemandem Fremden abzugeben ist weder für dich einfach noch für dein Kind und wie überall lauern auch beim Start im Kindergarten, dass ein oder andere Fettnäpfchen.  

Den Übergang gestalten

Rede mit deinem Kind über die neue Situation die kommt: Es sollte wissen, dass es bald in den Kindergarten oder die Krippe geht. Je nach Alter kann man das mit den Kindern schon besser oder noch schlechter besprechen. Dazu eignen sich auch perfekt Bücher, die zum Alter deines Kindes passen, z.B. „Conny geht in den Kindergarten“ (Werbung). 

Damit der Übergang noch einfacher wird, würde ich dir empfehlen, Kontakt mit der Erzieherin aufzunehmen und mit ihr einen Schnuppertermin auszumachen. Bei diesem Termin kann sich dein Kind in Ruhe die Einrichtung schon mal ansehen, ohne dort zu bleiben – an diesem Tag ist es nur zu Besuch dort. Darauf kann man dann aufbauen und an den Tagen vor der Eingewöhnung sagen: „Bald gehst du auch in den Kindergarten, dort wo du das letzte Mal mit den bunten Bauklötzchen gespielt hast.“

Zudem ist es auch immer wichtig, dass du als Elternteil so entspannt wie möglich bist. Denn deine Gefühle gehen auf dein Kind über und es merkt, wenn du gestresst bist. Kinder haben, was das angeht, einen sechsten Sinn. 

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Das ABC gegen Fettnäpfchen

A wie Allergien

Bitte gib dem Kindergarten frühzeitig Bescheid, wenn dein Kind Allergien oder Unverträglichkeiten hat, nur dann können sie sich darauf einstellen und handeln. Zum Teil gehen Erzieher auch zu Fortbildungen um sich auf Besonderheiten vorzubereiten. Außerdem gehen die meisten Erzieher alle zwei Jahre zum erste Hilfe Kurs, um den Kindern im Notfall helfen zu können.

B wie bekannte Gesichter

Bitte stell deinen Erziehern die wichtigsten Personen die dein Kind abholen dürfen persönlich vor. Ich selbst kontrolliere zur Not noch den Personalausweis, aber das ist nicht die Regel – auch wenn es das sein sollte. Daher solltest du darauf Acht geben, dass die Erzieher die Personen kennen, die dein Kind abholen dürfen.

C wie Chemie

Wer kennt es nicht? Manchmal passen zwei Menschen einfach nicht zueinander und man kann den anderen nicht leiden. Gerade im Bereich der Kinderbetreuung kann das schwierig sein, weil gerade hier Vertrauen und Sympathie wichtig sind, denn immerhin übergibst du das wichtigste in deinem Leben an diese Person. Falls die Chemie so gar nicht passen sollte oder kaputt gehen sollte, gibt es immer noch die Möglichkeit die Gruppe oder die Kita zu wechseln. Sei dir jedoch auch über die Folgen für dein Kind bewusst, es wird aus seiner gewohnten Umgebung gerissen und muss sich neu eingewöhnen. 

D wie Decke 

Für die Ruhepausen im Kindergarten brauchen die Kinder (zumindest in meinem Kindergarten) eine Decke und/oder ein Kissen um es sich bequem zu machen. Am besten nehmt ihr dafür etwas, dass das Kind schon kennt und vielleicht ein Erlebnis damit verbindet. 

E wie Essen

Das liebe gute Essen… du kannst dich schon darauf einstellen, dass dein Kind im Kindergarten andere Dinge essen wird, als bei dir zu Hause. Das hat den Grund, dass in der Einrichtung alle Kinder dasselbe Essen bekommen und die Kinder dadurch sehen, dass auch andere Kinder Gemüse essen und das absolut kein Problem ist. 

F wie Fotobuch

In der Krippe haben wir den Eltern schon im Aufnahmegespräch nahegelegt, dass sie ein Fotobuch basteln sollen, denn es hilft Kindern beim Übergang von zu Hause in die Einrichtung. Ich werde für meinen Neffen bald ein eigenes basteln, denn er wird im Januar 2021 in die Krippe gehen. Die genaue Anleitung findest du hier auf meinem Blog.

G wie Gruppenchat

Es hat sich als eine gute Idee erwiesen, mit den anderen Eltern eine Chatgruppe zu eröffnen um kurzfristig Informationen auszutauschen. Aber auch hier gilt: Das man kritische Themen lieber privat und vor allem nicht per Nachricht lösen sollte, denn man kann keine Mimik oder Gestik erahnen und können sich manche Probleme verschlimmern.

G wie Gürtel

In den meisten Fällen sorgen Gürtel dafür, dass Kindern die Selbstständigkeit genommen wird und sie nicht mehr alleine auf die Toilette gehen können.

H wie Hausschuhe

Für die Füße deines Kindes ist es wichtig, dass ihr Anti-Rutsch Socken oder Hausschuhe mitbringt. Denn dann ist die Unfallgefahr um einiges geringer. Auf der Toilette im Kindergarten ist der Boden öfter nass, daher würde ich euch Hausschuhe mit Sohle empfehlen. Am besten natürlich mit einer biegsamen/flexiblen Sohle, denn die Kinder tragen die Hausschuhe sehr lange am Tag, lass dich am Besten in einem Schuhfachgeschäft beraten.

H wie Handschuhe

Wenn es kalt wird ist es auch schon bald Zeit für Handschuhe. Für Kinder sind Fäustlingen am besten, weil Kinder diese selbst anziehen können. Fingerhandschuhe können Kinder erst spät alleine anziehen. Am Ende halten diese kaum warm, da sie oft nur aus sehr dünnem Stoff bestehen. Außerdem werden sie oft nass und sorgen dadurch dafür, dass die Hände schneller abkühlen und den Kindern oft kälter ist als ohne Handschuhe. Wenn ihr uns Erziehern also einen Gefallen tun wollt, dann gebt euren Kindern keine Fingerhandschuhe mit – Schneebälle kann man eh am besten mit den Händen formen. 🙂

Tipp: Am Besten ist es, wenn man sich bei allen Dingen die man mit seinem Kind macht und die man gerne auch im Kindergarten hätte überlegt, ob man diese Tätigkeit auch mit zwanzig Kindern machen würde. Dieser Tipp lässt sich nicht nur bei Fingerhandschuhen anwenden, sondern auch bei Schnürsenkeln oder wenn man das Frühstück der Kinder noch kleinschneiden muss.  

I wie Informier uns

Wenn dein Kind aus irgendwelchen Gründen zu spät oder gar nicht in den Kindergarten kommt (z.B. weil es krank ist oder einen Termin um 10:15 Uhr hat) ist es toll, wenn du die Erzieher vorher anrufst oder einfach persönlich im voraus Bescheid gibst. Dann können sie den Tag, wenn nötig umplanen und eine Aktivität erst später beginnen, damit dein Kind daran teilhaben kann.

J wie Job

Auch wenn es manchmal schwierig ist nachzuvollziehen, die Arbeit von Erziehern ist es, dein Kind zu einer bestimmten Zeit zu erziehen, zu betreuen und zu bilden – aber mehr auch nicht. Wenn du deine Erzieher z.B. am Wochenende unterwegs siehst auf dem Feuerwehrfest oder im Einkaufsladen, ist es ihre Freizeit und das sollte keinerlei Auswirkungen auf eure partnerschaftliche Beziehung haben. 

P.S.: Es ist mir persönlich wichtig das anzusprechen, weil es schon Zeiten gab, wo Eltern mir am Wochenende ungefragt ihre Kinder „aufgedrückt“ haben, als sie mich im Einkaufsladen gesehen haben. Da kamen Sätze wie „Bleib doch kurz bei der Laura, ich muss noch kurz zurück zum Auto“ und dann stand ich da mit einem Kind, an meinem Wochenende. 

K wie Körperpflege

Je nachdem ob dein Kind noch Windeln trägt oder nicht ist es notwendig, dass du die Windeln mit in den Kindergarten bringst, dazu gehört natürlich auch eine Wundschutzcreme oder Feuchttücher die ihr benutzt. Außerdem ist dir jeder im Kindergarten dankbar, wenn du keine Höschenwindeln anziehst, denn die meisten Erzieher/innen wickeln ab einem bestimmten Alter im stehen. 

Good to know: Wir dürfen keinem Kind etwas „ausleihen“, weil es sein kann, dass dein Kind allergisch auf etwas reagiert und übrigens, die Windeln muss man immer mal wieder auffüllen, dass vergisst man nämlich total oft.

L wie Lunch-Box 

In diesem Behälter kann dein Kind das Essen immer mitnehmen in den Kindergarten. Schau bitte, dass dein Kind die Vesperdose (nach Möglichkeit) selbst öffnen oder schließen kann, das fördert die Selbstständigkeit deines Kindes. Die Dose muss auch nicht allzu groß sein, denn wenn du deinem Kind zu viel Essen einpackst, kann es sich nicht entscheiden was es essen soll, in diesem Fall ist weniger wirklich mehr 🙂

M wie Medikamente 

Im Kindergarten dürfen (im Normalfall) keine Medikamente an die Kinder gegeben werden, außer es ist ein Notfallmedikament (z.B. gegen Fieberkrampf). Wichtig: Sollte dein Kind krank sein, sollte es wirklich zu Hause bleiben, denn Kindergarten ist dasselbe wie die Arbeit für dich… und ich bin mir ziemlich sicher, dass du dich nur ungern krank in die Arbeit schleppst. 

M wie Mobiltelefon 

Bitte mach deinem Kind und dir selbst den gefallen und macht den Kindergarten zu einem handyfreien Raum. Ich bin mir darüber im Klaren, dass es nicht einfach ist, aber es ist total wichtig, dass ihr eurem Kind in diesem Moment die Aufmerksamkeit schenkt, die dein Kind verdient hat – immerhin seht ihr euer Kind und dein Kind auch mehrere Stunden nicht. 

N wie Namen  

Wenn du beliebt sein willst bei den Erziehern und am Ende des Jahres auch wieder deine Dinge zu Hause haben willst, dann schreib bitte in alles, was dein Kind mitbringt den Namen rein oder beklebe es mit einem Namenetikett – denn vor allem wenn Discounter Matschhosen oder Gummistiefel im Angebot haben, gibt es diese am nächsten Tag zehnmal im Kindergarten in fünf verschiedenen Größen. 

O wie Oops!

Auch deinen Erziehern passieren immer mal wieder Fehler. Sei bitte nachsichtig mit ihnen, wenn sie abends vergessen dir etwas auszurichten – wir alle sind immerhin nur Menschen und wir sind eben nicht fehlerfrei.

P wie Portfolio

Inzwischen werden (im Normalfall) in jedem Kindergarten Portfolios der Kinder angelegt. Darin werden wichtige Entwicklungsschritte deines Kindes festgehalten und dokumentiert. Im Normalfall darfst du dir den Ordner ausleihen oder beim Elterngespräch darauf zugreifen. Dazu brauchen die Erzieher regelmäßig Folien und zu Beginn der Betreuung einen großen Ordner.   

Q wie Quetschis

Quetschis bestehen zwar meist nur aus Früchten und nur in Ausnahmefälle ist Zuckerzusatz vorhanden, aber auch Fruchtzucker kann Karies verursachen. Da dein Kind im Kindergarten oft nicht die Möglichkeit hat, die Zähne zu putzen, solltest du aus gesundheitlichen Gründen darauf verzichten. Außerdem sind die meisten Quetschis Einwegprodukte die die Umwelt belasten. 

Good to know: Ein Fruchtpüree fördert (im Gegensatz zu einem richtigen Apfel) nicht die Mundmuskulatur deines Kindes. 

R wie richtige Ausrüstung

Im Kindergarten und in der Krippe geht man mit den Kindern immer raus, auch wenn es regnet oder ein wenig windet (zumindest in den Einrichtungen in denen ich war). Daher ist es wichtig, dass dein Kind für jedes Wetter das passende Equipment hat. Im Winter ist eine gefütterte Matschhose/ Gummistiefel gut oder eine Schneehose. Im Frühling ist eine leichte Matschhose/ Gummistiefel besser ist. Auch Sonnenschutz (z.B. Kappe und Sonnencreme) sind sehr wichtig in den Einrichtungen. Übrigens: Auch der richtige Rucksack sollte gut ausgewählt werden, denn dein Kind muss ihn auch ohne dich (z.B. bei Ausflügen) sicher tragen können. Dabei können ihm Rucksäcke mit einem Brustgurt helfen. 

S wie Süßigkeiten

Am besten ist es, wenn du deinem Kind in den Kindergarten keine Süßigkeiten einpackst, denn meistens hat dein Kind nicht die Möglichkeit dort die Zähne zu putzen. Außerdem ist dein Kind nur ein Bruchteil des ganzen Tages im Kindergarten/Krippe, es bleibt also noch genug Zeit etwas Süßes zusammen zu Hause zu genießen. 

S wie Skinny-Jeans

Oder besser gesagt Röhrenjeans. Die Jeans sehen wunderschön aus, aber die Selbstständigkeit deines Kindes leidet darunter, denn dein Kind kann sie nicht selbst ausziehen, da sie zu eng anliegt an den Beinen. Also am besten lass die Hände weg von Skinny-Jeans, wenn es um die Kleidung deiner Kinder geht. 

S wie Schnürsenkel

Auch hier gilt der Tipp von oben. Ein Schnürschuh kann man einfach schließen, aber gleich zwanzig davon sind eine Herausforderung. Den Kindern wird wieder die Selbstständigkeit genommen und sie müssen unnötig warten bevor sie in den Garten können, da wir auch nur zwei Hände haben. Besser: Zieht euren Kindern Schuhe mit Klettverschluss oder mit Gummizug an.

T wie Trinkbecher 

Trinken ist wichtig, dass weiß jeder. Auch im Kindergarten gibt es regelmäßige Trinkpausen, daher ist es wichtig, dem Kind einen bruchsicheren Becher mitzugeben (falls der Kindergarten keine stellt). Meine Wahl wäre hier Edelstahl, da es wirklich bruchsicher ist und die komplette Kindergartenzeit übersteht ohne dass es Risse bekommt oder Schadstoffe freigibt. Für Ausflüge ist eine auslaufsichere Flasche von Vorteil, da kann ich dir die Flaschen von 720Dgree an Herz legen. Einen Rabattcode dazu findest du auf meinem Instagram Kanal unter den Highlights.

U wie Übergangsobjekt

Ein Übergangsobjekt ist ein Objekt, was dein Kind selbst gewählt hat. Dem Kindergarten ist es egal ob es ein Kuscheltier oder eine andere Erinnerung an zu Hause ist. Jedoch erleichtern solche Objekte Kindern (und vor allem sehr jungen Kindern) den Übergang in den Kindergarten oder die Krippe. Außerdem haben Kinder auch immer mal wieder Heimweh und dann helfen genau diese Dinge deinem Kind wieder in den Alltag zurückzufinden.

V wie Vertrauen

Ich weiß es ist sehr schwer sein Kind nach einer langen Zeit zu Hause in fremde Hände abzugeben. Jedoch lebt unser Beruf vom Vertrauen der Eltern und wir können uns nur um dein Kind kümmern, wenn du uns auch vertraust. 

Wir sind keine Gegner, wir sind Partner und nur zusammen können wir stark sein. Es heißt nicht umsonst in einem afrikanischen Sprichwort: „Um ein Kind zu erziehen, braucht es ein ganzes Dorf“. Der elterliche Einfluss reicht nicht aus, es spielen noch sehr viele weitere Faktoren eine Rolle um ein Kind erfolgreich großzuziehen.

W wie Wechselkleidung

Bitte denk bei der Wechselkleidung immer daran, dass sie zur Jahreszeit passt.

Übrigens: Auch wenn dein Kind sechs Jahre alt ist, kann ein Becher umfallen und es braucht eine neue Hose. 🙂 Meine Erfahrung zeigt, dass mit steigendem Alter des Kindes, die Notwendigkeit der Wechselkleidung abnimmt und die Eltern es oft nicht mehr für wichtig empfinden. P.S.: Eine fünfjährige passt im Normalfall nicht mehr in die Jeans die sie mit drei getragen hat. 

X wie Eingewöhnung

Du fragst dich jetzt sicherlich was dieser Punkt unter dem Buchstaben X verloren hat. Ich kann dir schon mal sagen, dass dieser Punkt hier natürlich nicht steht, weil mir bei diesem Buchstaben nichts eingefallen ist, sondern wegen einem wichtigen Grund: 

Die Eingewöhnung kann nämlich x-Wochen dauern und die Variable „x“ kann ersetzt werden mit Zahlen zwischen eins und zwölf. Jedes Kind hat bei der Eingewöhnung sein eigenes Tempo und es ist wichtig, dass dein Kind entscheidet wie schnell es geht. Wir gewöhnen (wie viele andere Kitas auch) nach dem Berliner Modell ein, wie das Modell aufgebaut ist, siehst du hier. 

Y wie Yoga

Nicht jedes Kind ist dafür gemacht, in der Freizeit vielen Aktivitäten nachzugehen. Daher ist es wichtig, dass du auf dein Kind und dein Gefühl hörst, ob es dein Kind stresst oder nicht. Mehr dazu kannst du unter dem Thema „Fördern ohne Überfordern“ finden.

Z wie Zähne putzen

Werden in deinem Kindergarten die Zähne geputzt? Werden Zahnbürste und Zahncreme vom Gesundheitsamt gestellt oder musst du sie selbst mitbringen? Das sind alles Dinge die zu Beginn, beim ersten Gespräch mit dem Erzieher besprochen werden. Falls dein Kindergarten nicht die Zähne putzen sollte, sieh es bitte nicht als Negativpunkt, den Zähne putzen mir 20 Kindern gleichzeitig ist mehr Stress für Kind und Erzieher, als es nachher nutzen hat.

Z wie Zopf

Bitte binde die Haare von deinem Kind zusammen. Die wenigsten Kinder können mit offenen Haaren die Welt entdecken, denn spätestens beim Mittagessen sind die Haare in der Suppe.  Ich hoffe, dass du einige Punkte in diesem ABC noch nicht kanntest und dir so das ein oder andere Fettnäpfchen erspart bleibt.

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