Vulva und Penis

Körperteile richtig benennen

In meinem Arbeitsalltag komme ich oft an meine sprachlichen Grenzen, wenn ich für unsere Geschlechtsorgane so manch komisches Wort höre. 

Ich habe von bekannteren Dingen wie z.B. „Mumu“, „Pippi“, „Piselmann“, oder „Schnäpperle“ bis zu ausgefalleneren Wörtern wie z.B. „Pilau“ für für den Penis von einem Jungen schon alles gehört. 

Jedes Körperteil unseres Kindes benennen wir so, wie es in der Anatomie heißt und wir es in Biologie gelernt haben. Warum genau machen wir einen Unterschied bei den Genitalien von uns selbst oder von denen unserer Kindern? Warum erfinden wir also irgendwelche Wörter für die Genitalien?

Penis, Vulva oder Brüste sind keine Unwörter. Übrigens ist auch Sex kein Unwort und Kinder werden nicht „krank“ oder „frühreif“, wenn man ihnen erklärt, wie Kinder entstehen oder warum Mama eine Periode hat. Das ist Biologie – das ist Allgemeinwissen und wenn es das eigene Kind interessiert und aktiv nachfragt, warum sollte man es ihm verschweigen? 

Wir erklären Kindern doch auch alles andere in der Welt, wenn sie uns danach Fragen.

Ich persönlich fand es noch nie schlimm Penis und Vulva zu sagen, egal ob zu den eigenen Genitalien oder zu denen von Kindern – denn am Ende ist es ja was es ist…

Übrigens: Scheide und Vagina sollte man (biologisch gesehen) nicht nutzen, da diese Wörter lediglich die Verbindung zwischen Gebärmutter und Vulva benennt, nicht aber das, was wir eigentlich meinen. Außerdem ist die ursprüngliche Bedeutung davon „Schwerttasche“.

Seit 2012 gibt es das Wort „Vulvina“ was eine Kreuzung zwischen Vulva (außen) und Vagina (innen) darstellt.

Es ist aus einigen Gründen wichtig für die Kinder, dass sie wissen wie ihre Körperteile heißen: 

Einer der wichtigsten Gründe ist die Prävention vor sexualisierter Gewalt

Kinder die ihre Körperteile klar benennen können, können auch klar formulieren, wenn etwas weh tut oder wenn jemand sie angefasst hat. 

Kinder ohne Aufklärung sind ungeschützte Kinder. Oft nutzen Täter*innen die Entdeckungsfreude und Unwissenheit der Kinder aus. Bspw. „Das macht jedes Kind mit seiner/seinem Onkel/Tante. Komm, mach du auch mit!“ 

Außerdem sind Kinder oft der Meinung, dass ihre Vulva oder ihr Penis ein Tabu-Thema ist und man darüber und auch was mit der passiert nicht reden darf und dass sollte eigentlich vermieden werden – denn wir wollen alle unsere Kinder schützen.

Ein weiterer wichtiger und auch der letzte Grund ist, dass man Kindern nur helfen kann, wenn man weiß, was los ist:

Ein Kind kam zu mir und erzählte von einem Schmetterling der Schmerzen hat. Bis ich herausgefunden habe, dass das Kind damit seine Scheide meinte dauerte fast zehn Minuten. Am Ende kam heraus, dass sie sich ihren kompletten Schritt wund gelaufen hatte, da sie eine zu enge Unterhose trug. 

Daher denk immer daran… es ist wirklich wichtig die Dinge einfach beim Namen zu nennen. Die Kinder werden dadurch weder „früher erwachsen“ noch ist es irgendwie „peinlich“. 🙂

Welche Wörter kennst du? Welche Wörter benutzt ihr?

Deine Laura

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