Bumblebee

Hier kannst du die Geschichte über unsere erstes Kind Bumblebee1 lesen.

Im Februar 2022, kurz nachdem wir beide Corona hatten, war auch nach mehreren Monaten endlich der Schwangerschaftstest positiv. Damit begann unser erstes Abenteuer mit unserem ersten Kind Bumblebee*. Bumblebee war und ist ein absolutes Wunschkind gewesen. Wir haben uns unendlich gefreut und konnten es kaum erwarten, mit ihr an unserer Seite das Haus zu bauen, für das wir im Herbst 2021 das Grundstück gekauft hatten.

Wir träumten davon, mit ihr all die kleinen und großen Momente zu erleben, die man eben nur mit Kindern erlebt.

Wir wollten tolle Eltern werden, haben uns informiert, viel gelesen und dann kam doch alles anders.

Im Ultraschall war bei Bumblebee zunächst nichts Auffälliges zu sehen. Wir wussten von dem kritischen Marker der 12. Schwangerschaftswoche, die wir überschreiten mussten, um uns etwas sicherer zu fühlen.

Doch genau in dieser 12. Woche wurde unser größter Wunsch zum Albtraum. 

Als wir zur Nackenfaltenmessung (aka Nackentransparenzmessung) bei unserem Gynäkologen waren, sagte er direkt nach der Untersuchung, dass unser Kind sehr wahrscheinlich krank sein wird. Trisomie 13, 18 und 21 standen im Raum, ebenso das seltene Ullrich-Turner-Syndrom.

Wir wurden mit diesen vier möglichen Diagnosen nach Hause geschickt und informierten uns selbst, was das alles für uns bedeuten könnte. Während man von den bekannten Trisomien schon einiges aus dem Biologieunterricht wusste, war das Ullrich-Turner-Syndrom für uns zunächst ein großes Fragezeichen.

Wir lasen uns ein und warteten vier Wochen, bis eine Fruchtwasseruntersuchung möglich war. Für diese entschieden wir uns bewusst, weil sie ein geringeres Risiko für eine Fehlgeburt hatte als eine Plazentauntersuchung. Nachdem das Fruchtwasser entnommen war, deutete schon die grünliche Verfärbung darauf hin, dass etwas nicht stimmte. Diese Tage voller Angst und Hoffen waren kaum auszuhalten. Laura fand Trost und Unterstützung auf ihrem Instagramaccount. Immerhin gab es auch viele mit einem auffälligem Nackenfaltenmessung und den dann gesunden Kindern. Das endgültige Ergebnis kam innerhalb einer Woche vom Genetikum in Stuttgart. 

So fiel der Tag, an dem wir für unser Haus Fliesen und Farben aussuchen sollten, mit dem Tag zusammen, an dem wir erfuhren, wie schwer krank unser Kind wirklich war. Der Kontrast hätte (jetzt im Rückblick) grausamer nicht sein können.

Kurz gesagt: Unser Kind war krank. Sie hatte das Ullrich-Turner-Syndrom und kam in der 25. Schwangerschaftswoche tot im Klinikum Ludwigsburg zur Welt. 

In diesem Moment brach unsere Welt in viele kleine Stücke. Wir mussten stark sein und waren doch so schwach. Wir mussten Entscheidungen treffen von denen wir uns sicher waren, dass man diese als Eltern nicht treffen sollte. Wir wollte nicht entscheiden wo das Grab unseres Kindes ist, wir wollten keine Beerdigung planen … .

Alles war still, und wir waren wie erstarrt. Niemals hätten wir gedacht, dass wir, oder unsere Beziehung, eine solche Wunde jemals würde ertragen können.

  1. *Wir nennen unser Kind im Internet (und manchmal auch privat) Bumblebee, weil Laura seit 2020 den Instagram Account „Elterntrickkiste“ führt. Für uns war von Anfang an klar, dass Kinder nicht ins Internet gehören, daher kennt niemand außer unsere nahsten und anderen ausgewählten Menschen den Klarnamen unserer Kinder. ↩︎

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