Spitznamen für Kinder

Auf den ersten Blick wirken Spitznamen cool. Denn in erster Linie sollen sie ja die Liebe und die Zuneigung zum eigenen Kind ausdrücken.⠀

In meinem Beruf als Erzieherin habe ich inzwischen mit den verschiedensten Kindern, mit verschiedensten kulturellen Hintergründen gearbeitet und fast alle Eltern hatten bisher einen Kosenamen für das eigene Kind. ⠀

Maus, Spatz oder Motte? Oder lieber ausgefallener wie Bellchen, Lulu oder Matti? Ich hab schon so viel gehört – mich schockiert inzwischen nichts mehr.⠀

Kosenamen machen etwas mit Kindern. Anfangs finden sie sie vielleicht noch süß, aber irgendwann (und das nicht erst in der Pubertät) können sie nur noch peinlich sein und das schlimmste ist: Viele Eltern merken diesen Übergang nicht. ⠀

Im schlimmsten Fall kann das Kind durch den eigenen Kosenamen von Freunden ausgegrenzt und ausgelacht werden. ⠀

Habt ihr euer Kind schon einmal gefragt ob es in Ordnung ist wie ihr es nennt? Kinder haben sehr früh ein Gefühl dafür, was sie wollen und was sie nicht wollen. ⠀

Beispiel: Ich hatte mal ein Kind bei mir im Kindergarten, das hieß mit vollem Namen Leopold. Er war fünf Jahre alt und alle haben ihn Leo genannt, die Mutter, die ErzieherInnen, andere Kinder. Eines Tages habe ich ihn einmal gefragt, welchen Namen er schöner findet: Er hat ganz klar gesagt, dass er „Leo“ hasst. Ab dem Moment hab ich ihn nur noch Leopold genannt. ⠀

Auch viele Erzieher nutzen übrigens Kosenamen oder Abkürzungen für Kindernamen, obwohl wir das nicht machen sollten. Nicht nur aus Gründen der emotionale Distanz, sondern auch um Professionell zu bleiben.

Aber wie immer, soll der der unschuldig ist, den erst Stein werfen: Ja, auch mir ist beim Trösten schon mal ein „Ach Maus, der Papa ist bald wieder da.“ rausgerutscht. Aber ich bin der Meinung Fehler sind menschlich.

Das Wichtigste ist, das einem der Fehler bewusst wird, man es nach und nach verinnerlicht und anschließend verändert. ⠀

Deine Laura

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