Rassismus im Kindergarten

Im Kopf unserer Kinder gibt es keinen Rassismus. ⠀
In ihren Köpfen gibt es nur Kinder und Erwachsene oder Jungen und Mädchen. ⠀

Unsere Aufgabe als Eltern und Erzieher ist es, dass es dabei bleibt und sich Rassismus gar nicht erst entwickeln kann!

Schon in den 90er Jahren achteten meine Eltern darauf, dass meine Schwester und ich weltoffen aufwachsen. ⠀
Meine Schwester bekam damals zu Weihnachten eine hellhäutige Babyborn und ich eine dunkelhäutige Babyborn geschenkt. ⠀

Ich liebte meine Puppe vom ersten Augenblick an, also war es für mich keine Frage was ich zum Spielzeugtag in den Kindergarten mitbringen werde:⠀

Ich erinnere mich an eine Szene, als sei sie gestern und nicht vor 20 Jahren passiert. ⠀

Ein Kind spielte ganz normal mit mir (beide im Vorschulalter) und sagte dann zu mir. ⠀
Kind: „Was ist denn mit deiner Babyborn passiert?“⠀
Ich: „Nichts, die hat nur eine andere Hautfarbe als ich.“⠀
Kind: „Du lügst! Du hattest sie zu lange im Backofen!“ ⠀

Ich weiß noch, als sei es gestern gewesen, wie es mich verletzte. Wie es mir das Herz rausriss als das Kind mich und meine geliebte Puppe beleidigte. ⠀

Leider gibt es solche Situationen auch noch heute im Kindergarten und es ist so wichtig, diese im Keim zu ersticken. ⠀

Vergesst nicht, es ist verdammt nochmal unsere Aufgabe, dass es nicht zu Rassismus kommt!

Als Beispiel möchte ich euch dieses von diesem Frühjahr geben:

Zwei Kinder spielen Fußball im Kindergarten. Dann sehen die beiden ein Kind auf der Schaukel sitzen.

Kind 1&2: „Schau mal, die da!“ (die Kinder zeigen auf ein Kind und lachen gemeinsam)

Kind 3: „Hört auf zu lachen!“ 

Kind 3 kommt zu mir und sagt zu mir: „Laura! Die haben mich ausgelacht!“ 

Ich: „Das dürfen die beiden nicht machen!“

Kind 3: „Ich bin das schon gewohnt, ich wird total oft ausgelacht“

Ich: „Aber nur weil es total oft passiert, bedeutet das nicht, dass es richtig ist.“

Kind 3 geht mit mir zusammen zu Kind 1&2, wir sprechen über die Situation und dass es nicht richtig ist, wie sie sich verhalten haben. 

Kind 1&2: „Ja aber schau doch mal die sieht ganz anders aus!“

Ich: „Aber nur weil jemand anders aussieht, darf man ihn nicht auslachen.“Kind 3 und ich laufen wieder von den beiden weg, währenddessen sagt Kind 3 zu mir: „Meine Eltern sagen zu mir, dass das normal ist und dass ich damit klarkommen muss.“

Es gibt noch viele weitere Beispiele aus dem Alltag, aber wenn ich hier noch mehr schreiben würde, würde es den Beitrag hier sprengen.

Deine Laura

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