Prosoziales Verhalten bei Kindern als Eltern fördern

Um euch dieses vielfältige Thema näher zu bringen, möchte ich euch zuerst ein Beispiel geben wie es nicht laufen sollte:

Julia ist mit ihrer Mutter nach dem Kindergarten auf dem Spielplatz. Mit dabei hat sie mehrere Sandspielzeuge, da sie sich zu Hause nicht entscheiden konnte, was alles mitgenommen werden soll. Nach kurzer Zeit kommt Tim, ein Kindergartenfreund von Julia, auch auf den Spielplatz.

Tim geht zu Julia in den Sandkasten, sieht die Schaufel und sagt: „Ich will auch mal!“ Die Mutter von Julia sagt: „Schau mal Julia, der Tim hat seine Schaufel vergessen! Du kannst ihm deine geben, solange du mit dem LKW fährst, damit er nicht traurig ist.“ 

Julia schüttelt wild den Kopf. 

Die Mutter greift nach der Schaufel und gibt sie an Tim und sagt zu ihrem Kind „Du hast doch nur zwei Hände und spielst gerade eh nicht damit.“

Julia fängt an zu weinen – doch was genau ist passiert?

Ganz einfach: Julias Mutter hat von sich auf ihr Kind geschlossen. Die Mutter kann nachvollziehen, dass Tim ohne Sandspielzeug traurig ist. Aber die Mutter hat einen Vorteil gegenüber ihrem Kind: Die Mutter hat die Fähigkeit der Empathie bereits gelernt und verinnerlicht. 

Was sind die Voraussetzungen um Teilen zu lernen?

– Kinder müssen sich selbst als eigenen Menschen wahrnehmen und wissen, dass es „meins“ und „deins“ gibt. Diese Eigenschaft lernen die Kinder meist in der Autonomiephase. Zuvor gibt es beim Kind lediglich das Gefühl von „meins“, weil es das Kind gerade in der Hand hat. 

– Kinder müssen Empathie empfinden können (Emotionen) und merken, dass es einem anderen Kind oder Erwachsenen gerade nicht gut geht. 

– Kinder müssen sich in die Rolle des anderen Kindes hineinversetzen können. Diese Perspektivübernahme ist, anders als Empathie, ein kognitiver Prozess, der erlernt werden muss. 

Prosoziales Verhalten ist also eine Eigenschaft, die eine freiwillige Handlung beschreibt, die vor allem einer anderen Person nutzen soll. Außerdem beruht prosoziales Verhalten auf intrinsischer Motivation.

Wie können wir dieses Verhalten positiv beeinflussen?

– Vorbild sein für das Kind 

– eigene Emotionen zeigen und verbal äußern 

Was kann diese Entwicklung negativ beeinflussen?

– Machtausübung von den Eltern gegenüber des Kindes

– Wenn Eltern sich oft (vor dem Kind) streiten 

– Gewalt und Sucht in der Familie

Wie man sieht, muss man prosoziales Verhalten also lernen, im Gegensatz zu anderen Dingen wie angeborene Reflexe (z.B. Greifen). 

P.S.: Wenn ihr noch mehr über Empathie lesen wollt, könnt ihr gerne beim aktuellen Beitrag von @mamazentrale nachlesen.

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