Ich erinnere mich noch gut an meine Ausbildung zur staatlich anerkannten Erzieherin, auch wenn sie jetzt schon Jahre zurückliegt. Eines der ersten Wörter die ich gelernt habe war PARTIZIPATION. ⠀
Am Anfang dachte ich mir „Ah, ja okay. Gut zu wissen.“

Wie wichtig dieses Wort ist und wie sehr es mich durch meine Ausbildungszeit begleiten wird, habe ich in diesem Moment noch nicht erahnen können.

Was ist Partizipation?
Partizipation wird aus dem lateinischen abgeleitet. Es heißt so viel wie „teilnehmen“, „teilhaben“ oder eben „Mitbestimmung“. ⠀
Es bedeutet, dass Kinder ein Recht darauf haben, bei verschiedenen Entscheidungsprozessen ein Mitbestimmungsrecht zu haben. ⠀
Im Kindergarten findet Partizipation z.B. als Kinderkonferenz (KiKo) statt. ⠀
In dieser können Kinder den pädagogischen Alltag in einem bestimmten Rahmen mitbestimmen z.B.: „Wir wollen mal wieder einen Ausflug zum Wasserspielplatz machen.“.⠀

Aber wie kann man als Eltern die Partizipation der Kinder unterstützen? ⠀
Ich finde Partizipation ist eine super Möglichkeit für Kinder ihr Selbstbewusstsein zu stärken, es ist eine super Möglichkeit um die Entwicklung ihrer Persönlichkeit zu unterstützen, aber es ist eben auch eine Möglichkeit, das Kind mit Entscheidungen zu überfordern. Daher sollte man sich gut überlegen, wo und wie das Kind mitbestimmen kann.Beispiele für Möglichkeiten zur Partizipation:⠀

Beim Einkaufen:
1. „Kannst du bitte eine Butter aus dem Kühlregal holen?“⠀ Übrigens: Kinder merken sich, wie die Produkte aussehen, die ihre Eltern meistens kaufen. Daher wird es wahrscheinlich nicht zu einer anderen Marke greifen als sie selbst. ⠀
2. „Julia, wir brauchen Joghurt, sollen wir lieber Himbeere oder Brombeere kaufen?“ ⠀
Übrigens: Am besten ist bei dieser Art und Weise, dass ihr eurem Kind hier eine kleinere Auswahl anbietet, damit es nicht im Joghurtregal versinkt. Denn sind wir mal ehrlich? Wir sind selbst teilweise überfordert, wenn wir vor dem Molkereiregal stehen, also wie muss sich also unser Kind fühlen? ⠀

3. Wenn das Kind älter ist, kann man es alleine zum Bäcker/Metzger schicken und kleine Besorgungen erledigen lassen. ⠀

Im restlichen Alltag:
1. Was möchtest du morgen anziehen? Mit dieser Frage kann man so manche Diskussion am Morgen umgehen. Außerdem kann man auch über das Wetter reden und so dem Kind bewusst machen, dass Rock und T-Shirt im Winter nicht funktioniert. ⠀
Übrigens: Ich habe im Kindergarten auch schon Kinder im Schlafanzug entgegengenommen, weil sie sich nicht anziehen wollten zu Hause, wenn ihr euch den Stress ersparen wollt, dann probiert mal das Abendritual. :)⠀

2. Möchtest du heute lieber erst die Zähne putzen und dann den Schlafanzug anziehen oder andersrum? Indem man solche Abmachungen mit Kindern macht, kann man sich wieder darauf beziehen. Das funktioniert auch super mit Zähneputzen oder anderen Dingen die das Kind möglicherweise nicht so gerne macht.

Deine Laura

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