Im heutigen Beitrag möchte ich mit euch über den aktuellen Trend der frühen Förderung sprechen. ⠀

Zuallererst möchte ich klar stellen, es gibt „früh Fördern“ und „früh Fördern“. Es gibt Eltern die ihre Kinder mit zwei Jahren fünf Tage die Woche in unterschiedliche Vereine bringen und das Kind zudem zehn Stunden am Tag im Kindergarten ist und drei Sprachen lernt. ⠀⠀
Es gibt aber auch Eltern die die Förderangebote gut kontrollieren und ihre Kinder nicht überfordern. ⠀
Die verschiedenen Förderangebote sind in den letzten Jahren wie Pilze aus der Erde geschossen. Es gibt nichts, was es nicht gibt. Englischkurs für Kinder ab 3 Monate? Kein Problem. Auch wir haben von einer Elterninitiative heraus Angebote für Englisch in der Kita, jedoch erst für Kinder ab 3 Jahren. Hinzu kommt, dass Bilingualität meiner Meinung nach, nur perfekt gefördert werden kann mit der „Immersionsmethode“… aber dazu gibt es mal mehr in einem Post über Bilingualität (siehe Kategorie Sprache).⠀

Ich bin mir im Klaren darüber, dass Eltern ihren Kindern immer den besten Start ins Leben ermöglichen wollen: Das ist auch sehr lobenswert, dass man für sein eigenes Kind ein besseres Leben haben möchte als man selbst führt. Aber es ist auch kein Weg, das eigene Kind so zu stressen, dass das Kind nicht weiß wo ihm der Kopf steht.⠀

Vor allem gerade denken Eltern oft, dass sie ihre Kinder nicht genug fördern können. Dabei ist gerade der Kontakt zu den Eltern, das Interagieren mit ihnen das, was Kinder wachsen lässt. ⠀
Es ist das Puzzlen, das Memory spielen, das Matschen in der Matschküche, das Rennen auf der Straße, das Vorlesen aus dem Lieblingsbuch, das spüren der Langeweile und anderen Gefühlszustände und nicht zuletzt die drei Z‘s die ich Euch erst letztens in der Story erklärt habe zum Thema Bindung. ⠀

Wir müssen unsere Kinder nicht so früh mit so vielen Dingen überhäufen. Es überfordert sie, denn in erster Linie wollen Kinder uns gefallen, auch wenn das hart klingen mag.

Wir bringen den Kindern in den ersten Lebensjahren meistens bei:

Machst du etwas, dass ich gerne hab:

👉🏻 Gibt es Liebe, Aufmerksamkeit oder Geschenke.

Machst du etwas, das ich nicht mag:
👉🏻 Gibt es Strafen oder den Entzug von Privilegien. 


Kinder lernen also, dass sie uns gefallen wollen. Also wollen sie auch unsere Erwartungen erfüllen, egal welche wir an sie haben.

Beispiel:

Ein Kind, das fünfmal die Woche Freizeitaktivitäten nachkommt, wird immer versuchen, das geforderte Pensum zu schaffen, da ja sonst Liebesentzug geben könnte.

Ein Kind, das zweimal die Woche etwas macht (z. B. Kinderturnen und Musikunterricht) wird auch versuchen den Eltern zu gefallen, hat aber viel mehr Zeit auch Kind zu sein sowie seine Persönlichkeit zu entfalten. 

Weniger ist mehr: Freizeitstress ist nicht gut für uns Erwachsene und erstrecht nicht für Kinder.

Deine Laura

Das könnte dich interessieren