Die Regenbogenfamilie

Wie bunt Familie sein kann? Sehr bunt! Das kann ich aus meiner eigenen Erfahrungen sagen. 

Ich persönlich habe schon öfter mit Pärchen die homosexuell sind und nach langer Beziehung irgendwann einen Kinderwunsch haben Kontakt gehabt. Was für heterosexuelle Pärchen ganz einfach ist, gestaltet sich bei homosexuellen Pärchen schwer, denn oft stehen ihnen Gesetze und nicht zuletzt die Gesellschaft im Weg. Außerdem beschäftigt diese Familien oft unbeantwortete Fragen: Macht es den Kindern etwas aus wenn sie zwei Papas oder eben zwei Mamas haben? Kann es die Entwicklung der Kinder stören? Braucht ein Kind eine Mama oder Papa?

Heute möchte ich mein Profil nutzen, um aus pädagogischer Sicht zu erzählen, wie es für Kinder ist, wenn sie eben zwei Mamas oder zwei Papas haben. 

Wenn ein Kind in einer Regenbogenfamilie aufwächst, ist es für das Kind selbst nichts besonderes. Kindern ist das Geschlecht ihrer Eltern komplett egal, solange sie sich geborgen und geliebt fühlen. 

Es stimmt, dass Frauen einem Jungen nicht zeigen können, wie man im Stehen pinkelt, Männer den Umgang mit einem Tampon eher nicht erklären können und das Kind womöglich von jemanden des eigenen Geschlechtes aufgeklärt werden möchte – aber braucht es dazu speziell eine Mama oder einen Papa?

Nein, denn das Kind sucht sich (übrigens auch in Kernfamilien!) oft eine Identifikationsfigur außerhalb der eigenen Familie. Es gibt genug Freunde, Verwandte oder auch ErzieherInnen die das Kind bei ihrer Entwicklung unterstützen können. 

Das Wichtigste in Kürze:

– Kindern ist es egal welches Geschlecht ihre Eltern haben

– Die Hauptsache ist, dass eine verlässliche Person da ist, die das Kind liebt und Geborgenheit schenkt

– Kinder brauchen Unterstützung und müssen das Gefühl haben, dass sie sich anvertrauen können

Wenn diese Gegebenheiten nicht gegeben sind, dann funktioniert es auch nicht in der hoch geliebten „Mutter, Vater, Kind“ – Traumfamilie. 

Meiner Meinung nach muss mehr Aufklärungsarbeit geleistet werden, dass Familien eben nicht nur aus Mutter, Vater und Kind bestehen können. Familie kann bunt sein und ich finde das sollten wir alle unterstützen! 

Regenbogenpapi hat eine Initiative gegründet, die Kindergärten Bücher zur Verfügung stellt um den Kindern auch die anderen Familienformen näher zu bringen, dabei geht es nicht nur um Regenbogenfamilien, sondern auch um Patchwork-, Pflege- und Adoptivfamilien.

Frau_und_frau_w haben öffentlich gezeigt mit welchen Problemen lesbische Pärchen heute noch kämpfen müssen, wenn sie gemeinsam Kinder bekommen wollen – denn aktuell muss die „nicht leibliche Mutter“ das Kind adoptieren. P.S. Für eine Adoption mussten sie sich komplett nackig machen. Unter anderem wurden die Finanzen gecheckt und ein psychologischer Test durchgeführt.

Papapi haben gemeinsam ein Buch geschrieben, dass Papa oder Mama sein ein Gefühl ist und nicht vom Geschlecht abhängig ist. Außerdem erzählen sie davon, welche Hürden sie als Pflegeeltern von Tommy und Annika erlebt haben.

Ida.einfach und _sarah2109 haben vor 3 Jahren geheiratet und vor 3 Wochen zusammen ihr erstes gemeinsames Kind Wanda bekommen. Bei den beiden kann man den Alltag mit Baby sehen – ganz normal und total echt.

Jeder von uns kann etwas dazu beitragen um den Wandel in unserer Gesellschaft schnell voranzutreiben. 

Meine Hoffnung ist, dass bald nicht mehr vom Geschlecht abhängig ist, wer eine Familie sein kann und wer nicht, denn sind wir mal ehrlich: Alle Eltern machen sich Gedanken ob sie genug sind und ob die Liebe reicht und ob sie alles richtig machen – das Geschlecht ist hierbei völlig egal. 

Deine Laura

Foto: Familie Kahl (unbezahlte Werbung); Fotografin: Anja Rullmann (unbezahlte Werbung)

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