Der Waldorfkindergarten

„Das ist doch der Kindergarten, wo man lernt seinen Namen zu tanzen“. Ich nehme eins vorweg: Hier tanzt man nicht nur seinen Namen.

Rudolf Steiner ist der Begründer der Waldorfpädagogik. Benannt ist das Konzept nach der Waldorf-Astoria Zigarettenfabrik. 1919 hatte Steiner die Aufgabe ein Konzept für die Betriebsschule zu entwerfen. Aus dieser Aufgabe heraus entstand die Waldorfpädagogik. Rudolf Steiner war bekennender Anthroposoph (eine esoterische Weltanschauung). Seiner Meinung nach, besteht der Mensch nicht nur aus dem Körper sondern aus drei Teilen: dem Leib, der Seele und dem Geist. Außerdem muss jeder Mensch seinen individuellen Platz in der Welt finden. Dabei sollen die Erzieher die Kinder schon im frühen Alter unterstützen. 

Steiner teilt die Entwicklung von Kindern in drei Jahrsiebte ein. Laut seiner Meinung ist man mit 21 Jahren am Ende der Entwicklung angekommen. Im ersten Abschnitt (0-7 Jahre) ist das Kind mit Wachstum und Aufbau des Körper beschäftigt. Es lernt in dieser Zeit vorallem durch Vorbilder, daher steht Lernen durch Nachahmung im Fokus der Waldorfpädagogik. Daher ist es laut Steiner in dieser Zeit das Wichtigste für die Entwicklung des Kindes, dass das Kind umgeben ist von Menschen dessen Verhalten nachahmungswürdig ist. 

Laut Steiner müssen sich Kopf, Herz und Hand gleichwertig entwickeln, deshalb arbeitet die Waldorfpädagogik auch nach dem ganzheitlichen Prinzip und fördert viele verschiedene Kompetenzen, vor allem aber die musikalische Kompetenz. 

Wichtige Kompetenzen in der Waldorfpädagogik 

  • Die Kinder sollen sich regelmäßig und vielseitig bewegen. Dabei sollen sie lernen, dass man nicht nur mit Sprache sondern auch mit der Bewegung Gefühle ausdrücken kann (Eurythmie).
  • Die Kinder sollen die Erwachsenenwelt mit allen Sinnen frei und selbstständig entdecken
  • Es keine genormten Spielsachen. Die Spielsachen werden aus Naturmaterialien hergestellt z.B. aus Wolle oder Holz. Sie sind „funktionsfrei“, was bedeutet, dass die Spielsachen keine direkte Funktion erfüllen. Außerdem werden Geschichten ohne Bilder vorgelesen um die Kreativität anzuregen.
  • Persönliches Engagement der Kinder und Eltern ist sehr wichtig. Eine Gemeinschaft wird durch das erleben des Engagements der anderen gefördert. 

Vorteile/Nachteile

  • die Kinder werden individuell gefördert
  • es soll nichts erzwungen werden, es gibt kein festes Ziel
  • das freie Spiel ist sehr wichtig 
  • die Kinder sollen vor allem durch Nachahmung lernen, da sie so auch am einfachsten Lernen. 
  • feste Abläufe die sich nicht nur tageweise strukturieren, sondern an das ganze Jahr angepasst werden, zum Teil auch an die Jahreszeiten. 
  • die Ansichten von Rudolf Steiner sind zum Teil sehr speziell (Anthroposophie) und nur wenn man zu 100% dahinter steht sollte man sein Kind in diesem Kindergarten anmelden.
  • Es wird ein hohes Engagement der Eltern erwartet

Ich habe die Vor- und Nachteile zusammengefasst, da ich finde, dass es sich nicht pauschal entscheiden lässt, was gut und was schlecht ist. 

Aber auch bei diesem Konzept kann ich dir nur empfehlen, dass wenn du dich für einen Waldorfkindergarten interessiert, das Konzept in aller Ruhe anschauen solltest. 

In vielen Waldorfeinrichtungen gibt es einen „Tag der offenen Tür“ um sich selbst ein Eindruck über die Gegebenheiten zu machen. 

Deine Laura 

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