Alkoholkranke Eltern

Es ist ein sehr sensibles aber gleichzeitig so wichtiges Thema. Es wird oft nicht angesprochen, weil man sonst vielleicht Follower verliert oder Diskussionen führen muss. Aber für mich ist das Thema immer wieder aktuell und deshalb, möchte ich es heute ansprechen:

Alkoholkranke Eltern. 

Nur zwei Gläser Wein, nur noch das Feierabendbier…

Alkoholkonsum hat viele Gesichter und oft ist der Beginn der Sucht schleichend. Oft bemerken weder die Betroffenen noch die Angehörigen den Beginn.  

Egal aus welchen Grund die Sucht beginnt, die Sucht zu bekämpfen ist unglaublich schwer. Selbst wenn man „trocken“ ist, ist es unglaublich schwer, das auch für immer zu bleiben. Aber wie bei allem, ist die Einsicht der beste Weg zur Besserung. Denn egal wie sehr das Umfeld auf den Betroffenen einredet, egal wie sehr das Umfeld leidet. Erst wenn der Betroffene es selbst merkt, kann der alkoholfreie Weg mit psychologischer Begleitung beginnen. Daher ist Alkohol eher weniger als Geschenk geeignet, vorallem wenn man die Person nicht so gut kennt. 

Doch was macht das alles mit meinem Kind? 

Kinder in Familien mit Alkoholproblematik bekommen oft wenig Aufmerksamkeit, da die Eltern mit ihren Problemen beschäftigt sind. Das süchtige Elternteil (z.B. die Mutter) ist mit ihrem Konsum beschäftigt und ihre Gedanken kreisen um den Alkohol. Der Co-Abhängige/ das zweite Elternteil (z.B. der Vater) ist damit beschäftigt, das Bild nach außen zu wahren und die Mutter z.B. regelmäßig beim Arbeitgeber krankzumelden. 

Kinder übernehmen in diesen Familien oft Aufgaben für die sie noch viel zu jung sind: Haushalt, kochen oder einkaufen. Manche kümmern sich sogar um ihr jüngeren Geschwister und deren Schulaufgaben. 

Außerdem suchen Kinder die Schuld oft bei sich selbst. Sie denken sie selbst wären schuld, dass sich das Elternteil so verhält – dabei trifft sie keine Schuld.

Außerdem werden 1/3 der Kinder aus Familien mit Suchtproblemen im späteren Leben selbst süchtig. Zudem haben viele Kinder später Bindungsprobleme und können nur schwer Beziehungen eingehen, weil sie in ihrer Kindheit oft ambivalentes Verhalten der Eltern erlebt haben und dadurch menschliche Begegnungen nicht richtig einordnen können. 

Was kann ich tun, wenn mein Partner oder ich Probleme haben? 

  • Du kannst zu einer öffentlichen Beratungsstelle gehen z.B. von @caritas. 
  • Du kannst auch mit deinem Hausarzt über dein Problem reden und auch mit der Erzieherin von deinem Kind. Auch die haben ein offenes Ohr für Probleme und können dir helfen. 

Das Wichtigste ist, dass ihr euch Hilfe sucht – egal wo. ❤️

Ich war selbst schon mal bei einer öffentlichen Einrichtung, um mich über das Thema Sucht zu informieren und habe dort sehr viel gelernt. Ja die Hemmschwelle ist groß sich Hilfe zu suchen, aber ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass es sehr hilfreich ist mit den Menschen dort zu sprechen. Sie haben Schweigepflicht und sind genau für diese Probleme ausgebildet und wissen was man tun muss. 

Übrigens: Ich habe euch ein Buchtipp für den Fall, dass eine Alkoholproblematik in eurer Familie besteht. Ich persönlich finde das Buch super, da es den Alkohol als „Schal“ bezeichnet. Den Schal trägt der Suchtkranke bei sich und immer wieder wickelt er ihn komplett ein und der Papa verändert sich dadurch. Am Ende geht der Betroffene in die Klinik lässt sich helfen und kommt am Ende „ohne Schal“ wieder nach Hause. 

Das Buch heißt „Der Schal der immer länger wurde“ und ist im Betz Verlag im Jahr 2006 erschienen.

Deine Laura

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